Häufig gestellte Fragen zur Initiative: FAQ

Wer sind wir?

Die Initiative Königsdorf ist eine Bürgerinitiative, die am 01.10.2024 als Reaktion auf den am
30.09.2024 im Kölner Stadtanzeiger erschienen Zeitungsartikel zur geplanten Errichtung einer ZUE
in Königsdorf gegründet wurde. Spontan fanden sich an diesem Tag etwa 130 interessierte
Königsdorfer Bürger und Bürgerinnen zu einem Treffen zusammen.

Anlass sind und waren u.a. die Kurzfristigkeit der Mitteilung durch die Stadtverwaltung, nämlich
10 Tage vor Beschlussfassung des Rates. Das Übergehen der Bürger und Bürgerinnen,
insbesondere auch der Anwohner und Anwohnerinnen sowie die Entscheidung, eine ZUE direkt
angrenzend an ein Naturschutzgebiet mit FFH-Gebiet zu bauen, hat diese dazu veranlasst, sich
zusammenzutun und Bürgerbeteiligung u. a. zur Standortwahl einzufordern.

Wir handeln eigenständig als Gemeinschaft, sind parteiunabhängig und distanzieren uns
ausdrücklich von jeder Form von Fremdenfeindlichkeit.

Mitsprache der Bürger und Bürgerinnen:

Königsdorfer und Königsdorferinnen müssen in gravierende Entscheidungen, die wesentlichen
Einfluss auf ihren Stadtteil haben, einbezogen werden. Eine Beteiligung ist notwendig, um
gemeinsame Lösungen zu entwickeln.


Naturschutz:
Der Betrieb der ZUE darf nicht das Natura 2000 Gebiet mit bedeutsamen Vorkommen von Tierarten
und schützenswerten Pflanzen stören, dies umfasst vor allem eine Verschlechterung von
Lebensräumen oder eine erhebliche Störung der hier heimischen Arten. Vorherige Verträglichkeitsprüfungen
und nachhaltige Maßnahmen sind unabdingbar.


Nachbarliche Belange:
Wir setzen uns für eine angemessene Berücksichtigung der Belange der Anwohner und
Anwohnerinnen ein.


Dezentrale Unterbringung:
Große, zentrale Unterkünfte erschweren die Integration von geflüchteten Menschen. Wir setzen
uns für eine dezentrale und menschenwürdige Unterbringung ein, die soziale Teilhabe und ein
harmonisches Miteinander fördert.


Gezielte Integration:
Integration gelingt nur mit dem Zugang zu Bildung, Arbeitsmöglichkeiten und Sprachkursen. Wir
fordern lokale Initiativen und Unternehmen auf, sich aktiv einzubringen.

Unsere Bürgerinitiative ist in verschiedene Arbeitsgruppen gegliedert, z. B. für Öffentlichkeitsarbeit,
politische Kommunikation, Naturschutz und Veranstaltungen. Jede Gruppe setzt sich aus
engagierten Mitgliedern zusammen.

Jede/r, der sich von unseren oben genannten Themen angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen,
sich zu engagieren – unabhängig vom Alter oder Wohnort!

Um Mitglied der Bürgerinitiative zu werden, kannst du uns einfach ein E-Mail an info@initiative-koenigsdorf.
de schreiben oder dich bei einem unserer nächsten Treffen persönlich anmelden. Wir
freuen uns über jedes neue Gesicht, das unsere Sache unterstützt!

Es gibt viele Möglichkeiten, uns zu unterstützen, sei es bei der Organisation von Veranstaltungen,
beim Verteilen von Flyern oder durch das Engagement in verschiedenen Arbeitsgruppen. Du
kannst uns auch auf Social Media folgen, Beiträge teilen, Kommentare verfassen und über unsere
Anliegen informieren. So hilfst du uns, mehr Menschen zu erreichen

Ja, wir organisieren regelmäßig Treffen, um uns auszutauschen und Aktionen zu planen, um auf
unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Die Termine werden rechtzeitig auf unserer Website
oder unseren Social-Media-Kanälen (Facebook/WhatsApp) bekanntgegeben.

Wir informieren über unsere Website, über Facebook und ggf. über Flyer in deiner Hauspost. Du
kannst auch unserer WhatsApp-Gruppe beitreten. So bleibst du stets auf dem Laufenden!

Ja, Sachspenden wie Material für Veranstaltungen, Flyer oder technische Ausrüstung sind immer
willkommen. Melde dich gern, um abzusprechen, was gerade gebraucht wird.

Das Natura 2000 Gebiet Königsdorfer Forst hat wegen der bedeutsamen Vorkommen von verschiedenen
Spechtarten, dem Wespenbussard und der Nachtigall sowie den Waldmeister-
Buchenwald und dem Eichen-Hainbuchenwald eine besondere Bedeutung. 

Es handelt es sich um den ausgedehntesten Restbestand der Villewälder im weitgehend vom Bergbau überprägten
Nordteil dieses Höhenzuges. Der Wald ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen,
wirkt als natürlicher Wasserspeicher und trägt zur Regulierung des Klimas bei. Zudem bietet er
Erholung für die Menschen in der Region und fördert die Biodiversität.

Die Nutzung des angrenzenden Areals als Großunterkunft für 300 Personen inklusive zahlreicher
Mitarbeitenden und Dienstleister könnte zu einer Beeinträchtigung der Naturschutzbelange des
Königsdorfer Forstes führen. Es gab Vorschläge für alternative Standorte und umweltverträglichere
Lösungen. Wir setzen uns dafür ein, weitere Optionen und alternative Standorte zu
prüfen.

Ja, wir haben bereits Gespräche mit lokalen Politikern und Vertretern der zuständigen Behörden
geführt und zahlreiche E-Mails und Briefe an Fraktionsmitglieder und die Stadtverwaltung versandt,
um unsere Anliegen vorzutragen und Lösungen zu erarbeiten. Dies führte jedoch zu keinem
Ergebnis.

Es bestehen rechtliche Möglichkeiten, gegen die geplante Baumaßnahme vorzugehen. Wir unterstützen
verschiedene Klagewege und beteiligen uns an öffentlichen Anhörungen.

Die Unterbringung von schutzsuchenden Geflüchteten in zentralen Unterbringungseinrichtungen
des Landes Nordrhein-Westfalen ist aus unserer Sicht in vielerlei Hinsicht problematisch.
Der Flüchtlingsrat NRW e. V. schreibt hierzu in seinen Forderungen zur Unterbringung in den
Landesunterkünften:

„Der Aufenthalt in den Landesunterkünften führt vielfach zu Isolation, Entrechtung und
Ausgrenzung. […] Schutzsuchende, die in Landesunterkünften wohnverpflichtet sind, haben
mangelnden Zugang zu Arbeit und Bildung. […] Die Konfrontation der Schutzsuchenden noch
während des laufenden Asylverfahrens mit dem Thema Rückkehr löst Verunsicherung und Angst
aus. Die fehlende Tagesstruktur führt bei manchen Schutzsuchenden zu Langeweile und Frust. In
Kombination mit der engen Belegung, den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und dem Umstand,
dass viele Schutzsuchende durch zuvor Erlebtes traumatisiert sind, steigert dies das Konflikt- und
Aggressionspotential.“


Quelle:

https://www.frnrw.de/fileadmin/frnrw/media/downloads/Themen_a-
Z/Unterbringung/20220519_Forderungspapier_FRNRW_zu_Landesunterkuenften.pdf


Wir befürworten die dezentrale Unterbringung von Geflüchteten, denn Integration muss
ermöglicht und nicht verhindert werden.

Nein, die Turnhalle wird durch die Errichtung der ZUE nicht zeitnah frei. In der Turnhalle sind
geflüchtete Menschen untergebracht, die bereits der Kommune zugeordnet wurden. Für diese
Menschen wird weiterhin Wohnraum benötigt, der noch geschaffen werden muss. Die Bewohner
und Bewohnerinnen der ZUE werden auf die Erfüllungsquote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz
angerechnet, haben aber keinen Einfluss auf die Wohnsituation der bereits zugeordneten
Geflüchteten in Frechen.

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